Presse
Aktuelles RDT Aktuelle Zeitschrift "Recht der Tiere"

Zum Ansehen benötigen Sie mindestens den Acrobat-Reader 6.0. Den aktuellen Acrobat-Reader können Sie hier kostenlos herunterladen.

RDT Archiv "Recht der Tiere"

Die Zeitschrift des bmt erscheint 4 x im Jahr. Mitglieder erhalten sie kostenlos per Post.
Im Archiv finden Sie alle aktuellen und älteren Jahrgänge.

Presse

07.09.2010

Tierheimfest mit Promis ein Publikumsrenner

Reichelsheim-Dorn-Assenheim (nol). Die Sonne zeigte sich am Wochenende von ihrer besten Seite. Kein Wunder, dass die Besucher zum Sommerfest strömten, zu dem der Bund gegen Missbrauch der Tiere (Bmt) ins Tierheim Elisabethenhof nach Dorn-Assenheim eingeladen hatte. An zwei Tagen kamen rund 2000 Gäste. Auf sie wartete ein umfangreiches Rahmenprogramm mit prominenten Gästen, Verkaufs- und Beratungsständen und Flohmarkt.
Der Leiter der Bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Mike Ruckelshaus, und der Leiter des Elisabethenhofs, Christian Werner, hatten prominenten Besuch: Schauspielerin Radost Bokel - vielen Zuschauern bekannt als Momo - kam als engagierte Tierschützerin aus Amerika zum Sommerfest. Sie wünsche sich für das Tierheim einen Gnadenhof, sagte sie, bevor sie Autogramme gab und mit den Besuchern auf Fotos posierte. Ein anderer Promi war der Moderator der Vox-Sendung »Hundkatzemaus«, Frank Weber, der gemeinsam mit Ruckelshaus und der hessischen Tierschutzbeauftragten Dr. Madeleine Martin für Fragen rund ums Thema Tierschutz zur Verfügung stand. Unter anderem erfuhren die Besucher, dass der Elisabethenhof 20 Hunde aufnehmen kann. Dazu gesellen sich 80 Katzen und 40 Kleintiere. Jedes Tier werde medizinisch versorgt, entwurmt, geimpft und gechipt.

Zum Programm gehörten auch Vorführungen des VSGH Niddatal. Ausbildungsleiter Wolfgang Schmidt und sein Team zeigten, was die Hunde alles drauf haben. Höhepunkt war die Wahl der schönsten Mischlingshunde. 20 Vierbeiner - darunter auch einige, die der Elisabethenhof vermitteln konnte - stellten sich unter der Regie von Bmt-Mitarbeiterin Inge Reif dem Votum der Besucher. Nach einem Stechen lag die zweieinhalbjährige Laika von Tatjana Kleiber (Ranstadt) auf dem ersten Platz. Amy von Tanja Leipert (Reichelsheim) wurde Zweite, Smila von Gabriele Henkel (Nidderau) kam als Dritte aufs Treppchen. Dafür gab’s Pokale.

Feierlich wurde es bei der Verleihung des mit 400 Euro dotierten Jugendtierschutzpreises der Ehepaar-Quade-Stiftung an die Waldschule in Staufenberg-Daubringen durch Radost Bokel. Die Stiftung honoriert das besondere Engagement von Kindern und Jugendlichen für den Tierschutz.
Wetterauer Zeitung

Gute Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch demonstriert

08.09.2010 - DORN-ASSENHEIM

Sommerfest im Tierheim Elisabethenhof - Prominente Unterstützung bei Hunde-Vermittlung

(ksd). Am Wochenende herrschte im Tierheim Elisabethenhof ein reges Kommen und Gehen. Der Bund gegen den Missbrauch der Tiere (BMT) feierte sein Sommerfest und gab dabei Tierfreunden Gelegenheit, sich im Tierheim umzusehen und über die Arbeit des Vereines zu informieren. Schon zu Veranstaltungsbeginn nutzten die Gäste die Möglichkeit, Fragen zur Tierhaltung, zum Tierschutz, aber auch zu den zahlreichen Aktivitäten der bekannten Organisation zu stellen und sich auf dem Areal des Elisabethenhofes umzusehen.

Das abwechslungsreiche Programm mit unterschiedlichsten Vorführungen sorgte zusätzlich für informative Unterhaltung bei Jung und Alt. Bei der Wahl des schönsten Mischlingshundes und an den Info-Ständen herrschte zeitweise ebenso dichtes Gedränge wie bei den Vorführungen. Die Hundeschule Wetterau demonstrierte mit verschiedenen Gruppen anhand von Longieren mit dem Hund, Agility und Hundeturniersport, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier funktionieren kann.

Äußerlichkeiten

Besonders groß ist das Interesse alljährlich an der Vorstellung der zu vermittelnden Hunde, bei der die Tierheimmitarbeiter prominente Unterstützung erhielten. Dr. Madeleine Martin, die hessische Tierschutzbeauftragte, übernahm am Samstag die Moderation, während der bekannte Moderator der Vox-Sendung „HundKatzeMaus“, Frank Weber, am Sonntag diesen Part übernommen hatte.

Mehrfach wiesen die engagierten Prominenten darauf hin, dass die Anschaffung eines Haustieres gut überlegt sein muss und die Auswahl eines geeigneten Tieres nicht nur von Äußerlichkeiten abhängig gemacht werden sollte. Unterstützt wurden sie dabei von Schauspielerin Radost Bokel (Momo), die sich ebenfalls seit Jahren für die Arbeit des BMT einsetzt.

Schon im Verlauf der Veranstaltung zeigten sich Tierheimleiter Christian Werner und Mike Ruckelshaus zufrieden. Erfreut war Ruckelshaus, der Vorsitzende des BMT-Landesverbandes Hessen, vor allem darüber, dass so viele Tierfreunde der Einladung zum Sommerfest gefolgt waren. Er versäumte auch nicht, seinen Mitarbeitern sowie den ehrenamtlichen Helfern zu danken, deren Einsatz maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beitrug. Besonders erfreut zeigte er sich über eine mehrere Tonnen schwere Futterspende. Angesichts der rückläufigen Spendenbereitschaft sei dies eine große Erleichterung für das Tierheim, dem vor allem die medizinische Versorgung von verunglückten, alten oder kranken Tieren immer wieder ein großes Loch in das immer schmaler werdende finanzielle Budget reiße. „Jeder gespendete Euro bedeutet eine große Entlastung“, betonte Mike Ruckelshaus abschließend.
Kreis-Anzeiger


Waldschule erhält Preis für Tierschutz

Staufenberg/Reichelsheim (pm/sha). Das hätten sich die Schüler der Waldschule, Grundschule des Staufenberger Stadtteils Daubringen, nicht träumen lassen: Ihre Arbeitsgemeinschaft (AG) »Haben Hunde Rechte?«, veranstaltet in der Projektwoche im April 2009, ist am Sonntag, 5. September, auf dem Elisabethenhof in Reichelsheim mit dem Jugendtierschutzpreis 2009 der Quade-Stiftung des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt) geehrt worden.

Freuten sich gemeinsam über den Jugendtierschutzpreis des Bundes gegen Missbrauch der Tiere 2009: Die ehemaligen Teilnehmer der AG »Haben Hunde Rechte?« (von links) Theo Ebel, Greta Oschinski, Tom Volpert, Conner Defosse, Lukas Kreiling, Sofie Schwarz, Brian Defosse (dahinter), Luise Ebel, Claudia Schmidt, Schauspielerin Radost Bokel und Mike Ruckelshaus, Leiter der Landesgeschäftsstelle Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland des bmt in Reichelsheim. (Foto: pm)
Schauspielerin Radost Bokel (»Momo«), engagierte Tierschützerin und Mitglied des bmt, überreichte den Scheck für das Preisgeld in Höhe von 400 Euro an die glücklichen Gewinner. Mit dem bundesweit ausgeschriebenen Preis zeichnet die Quade-Stiftung das besondere Engagement von Kindern und Jugendlichen für den Tierschutz aus. Die ehemaligen Projektteilnehmer aus Staufenberg, die gemeinsam mit Claudia Schmidt, Rektorin der Waldschule, nach Reichelsheim gefahren waren, kamen auch nicht mit leeren Händen auf den Elisabethenhof, der als Tierheim des bmt genutzt wird: Im Gepäck hatten sie einen Scheck über 120 Euro, der als einjährige Futterspende, zehn Euro im Monat, den Tieren im Elisabethenhof zugute kommen soll.

Die in der Projektwoche gestellte Frage nach den Rechten der Hunde beantworteten die Schüler bei der Preisverleihung am Sonntag mit einem klaren »Ja«. Nach der Lektüre wissenschaftlicher und philosophischer Texte sowie nach Gesprächen mit einer Hundelehrerin, einer Tierärztin und mit dem Ordnungsamt liegt für die Kinder auf der Hand: »Hunde und andere Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, die wie wir Freude und Schmerzen empfinden. Wir Menschen sind dafür verantwortlich, dass sie bekommen, was sie brauchen, damit es ihnen gut geht.«

Claudia Schmidt berichtete im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung«, dass mittlerweile beinahe die ganze Waldschule »auf den Hund gekommen« sei. Rund die Hälfte der gut 60 Grundschüler sei mittlerweile bei Patenschaften für Hunde aus dem Tierheim Gießen engagiert. Die Kinder spenden dabei pro Monat 50 Cent ihres Taschengeldes an das Tierheim, um so die Versorgung der Hunde zu unterstützen. An jedem Freitag vor den Ferien fahren die Kinder gemeinsam mit den Lehrkräften in das Tierheim und besuchen dort ihre vierbeinigen Schützlinge. Auf diese Weise werde bei den Kindern »ein erstes Samenkorn in Richtung Tierschutz gesät«, betonte die Rektorin.

Bewerbungen für den diesjährigen Jugendtierschutzpreis der Quade-Stiftung des bmt werden noch bis zum 31. Dezember angenommen.
Gießener Allgemeine


Weiterer Tierschutz-Preis für Daubringer Projekt

08.09.2010 - REICHELSHEIM/DAUBRINGEN

Verblüffende Ergebnisse bei Weiterentwicklung: Auch andere Klassen wollen jetzt „Klassenhund“ für mehr Konzentration

(juf). „Ja, Hunde haben Rechte!“, da sind sich die Grundschüler der Waldschule in Daubringen einig. In ihrem Projekt „Haben Hunde Rechte?“ sind sie der Frage intensiv nachgegangen. Für dieses besondere Engagement und die Arbeit der Projektgruppe der Waldschule bekamen die Schüler den Jugendtierschutzpreis der Quade-Stiftung des Bundes gegen missbrauchte Tiere (bmt) im Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim bei Friedberg verliehen. Der Preis geht an Kinder und Jugendliche, die sich in besonderer Weise um den Tierschutz verdient gemacht haben, und wurde vom Ehepaar Lydia und Karl-Heinz Quade aus Eberstadt. Der Leiter des Elisabethenhofes, Mike Ruckelshaus, sagte dazu: „Wir freuen uns ganz besonders, dass dieses Jahr der Jugendtierschutzpreis der Quade-Stiftung durch die beliebte Schauspielerin Radost Bokel, die, und darauf sind, wir ganz besonders stolz, eine besondere Beziehung zum Tierheim Elisabethenhof und zum bmt hat, verliehen wird.“ Radost Bokel dürfte den meisten aus dem Kinderfilm, basierend auf Michal Endes Roman, „Momo“ bekannt sein.

„Wenn meine Schule sich so engagiert hätte wie Ihre, wäre ich lieber in die Schule gegangen“, freute sich Bokel und bedankte sich mit einer Umarmung bei Schulleiterin Schmidt, für die Arbeit der Schüler und überreichte den mit 400 Euro dotierten Preis. Immerhin habe sie selbst zwei Hunde, beides Labrador Retriever, und freue sich, wenn sich Menschen, vor allem Kinder, für die Belange und Rechte der Tiere einsetzten. Anschließend erzählten die Schüler Theo, Greta, Tom, Conner, Lukas, Brian, Sofie und Luise mit eigenen Worten, wie sich das Projekt entwickelt hat. Sie hatten sich intensiv mit verschiedenen Wissenschaften beschäftigt - haben einen Blick in die Hirnforschung, Psychologie, Soziologie geworfen, in die Vergangenheit geschaut und erfahren, wie die Ansichten früher und heute waren und sind. Dabei fanden sie heraus, dass Hunde wie auch die Menschen im Gehirn über ein limbisches System verfügen und auch Gefühle wie Schmerzen empfinden können. Anschließend gingen die Kinder der Frage nach, was ein Hund so alles braucht, um glücklich zu sein. Dazu haben sie bei einer Hundelehrerin, einer Tierärztin, im Tierheim, aber auch beim Ordnungsamt nachgefragt und die gefundenen Informationen in einer Ausstellung in der Schule, aber auch im Rathaus, zusammengetragen und ausgestellt. Dafür erhielten sie 2009 den ersten hessischen Tierschutzpreis für Schulen (Kategorie Grundschulen).

Einig sind sich die Kinder mittlerweile auch, dass der Mensch die Verantwortung für die Hunde, aber auch alle anderen Tiere trägt und dass sich ein Hund im Klassenzimmer während des Unterrichtes nur dann wohlfühlt, wenn sich alle ruhig und leise verhalten. Der „Klassenhund“ gehört einer Lehrerin und darf einmal die Woche mit ins Klassenzimmer, wo er auch während des Unterrichts gestreichelt werden darf. Das Ergebnis verblüffte auch die Kinder selbst. Immer wenn der Hund da ist, arbeiten alle konzentrierter und ruhiger. Mittlerweile gibt es auch in anderen Klassen den Wunsch nach einem Klassenhund. Allerdings, und dass betonte die Schulleiterin, müssten auch hier die Schüler erst einmal die Projektarbeit leisten, damit sie auch genau wissen, was der Hund braucht. Aber damit nicht genug. Die Schule übernimmt schon seit Längerem Patenschaften für schwer vermittelbare Hunde eines Tierheims im Nachbarort. Mittlerweile „haben wir eine Glücksbringer-Urkunde“ bekommen, weil schon unser neunter Patenhund in dieser Zeit vermittelt wurde“, sagten die Kinder dazu stolz. Alle Patenhunde werden regelmäßig im Tierheim besucht und kommen auch einmal im Halbjahr in die Schule. Als Dank für den Preis haben die Grundschüler im Elisabethenhof eine Futterpatenschaft übernommen.
Gießener Anzeiger


31.08.2010

Großes Sommerfest am 4. und 5. September im Tierheim Elisabethenhof mit zahlreichen prominenten Gästen

Reichelsheim, 31.08.2010. Am kommenden Wochenende feiert das Tierheim Elisabethenhof sein traditionelles und in der Wetterau sehr beliebtes Sommerfest. Das Team vom Elisabethenhof hat auch diesmal wieder ein buntes und abwechslungsreiches Programm für Kinder, Erwachsene – und Vierbeiner zusammengestellt.

„Neben unserem umfangreichen Rahmenprogramm erwarten unsere Besucher zahlreiche prominente Gäste“, sagt Mike Ruckelshaus vom Tierheim Elisabethenhof. „Die Hessische Tierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, und der Moderator der VOX-Sendung „hundkatzemaus“, Frank Weber, werden unsere Tierheimhunde vorstellen und unseren Besuchern für Fragen rund um den Tierschutz zur Verfügung stehen.“

„Besonders freuen wir uns über den Besuch der bekannten Schauspielerin Radost Bokel („Momo“), die den Jugendtierschutzpreis der Ehepaar-Quade-Stiftung an die diesjährigen Preisträger überreichen wird“, so Mike Ruckelshaus.

Zum weiteren Programm gehören mehrfach täglich sehenswerte Vorführungen der Hundeschule Wetterau und natürlich – als „Besucher-Highlight“ – die Wahl des schönsten Mischlingshundes. Über die artgerechte Haltung von Hunden, Katzen und Kleintieren klärt das Tierheim-Team an den jeweiligen Info-Ständen auf. Interessierte erhalten hier auch ausführliche Informationen über die Charaktereigenschaften der Tierheimtiere.

Eine außergewöhnliche Unterstützung erhält das Tierheim Elisabethenhof durch die Firma Purina, die im Rahmen des Sommerfestes eine 7,5 Tonnen Futterspende der Super-Premium-Hundenahrung PRO PLAN übergeben wird.

Zugunsten des Tierheims finden auch in diesem Jahr eine Tombola mit vielen attraktiven Preisen und ein großer Flohmarkt statt.

Für das leibliche Wohl ist bestens mit vegetarischem Essen, frischen Waffeln, Kaffee und Kuchen gesorgt. Den musikalischen Rahmen übernimmt erneut in gewohnt routinierter Form Robby Hildmann aus Rosbach.

Das Team vom Elisabethenhof ist fest davon überzeugt, dass auch das diesjährige Sommerfest ein wunderschönes Erlebnis für die Gäste sein wird und hofft auf zahlreiche Besucher.  
  
Radost Bokel                                Frank Weber


28.07.2010

bmt kritisiert dramatischen Anstieg der Tierversuche in Hessen – Tierschützer fordern Förderprogramm und Professur für Alternativmethoden

Reichelsheim, 28.07.2010. Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) kritisiert die dramatisch angestiegenen Tierversuchszahlen an den hessischen Universitäten, die vom Wissenschaftsministerium veröffentlicht wurden und fordert von der Landesregierung umgehend Maßnahmen, die zu einer nachhaltigen Reduzierung von Tierversuchen führen.

„Neben den Tierversuchszahlen der Hochschulen müssen zudem die in den hessischen Forschungseinrichtungen der Wirtschaft verbrauchten Tiere berücksichtigt werden“, erklärt Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Im Jahr 2009 waren dies nach Angaben des Umweltministeriums noch einmal zusätzlich 160.744 Versuchstiere.“

„Angesichts der aktuellen Statistiken erwarten wir jetzt von der Hessischen Landesregierung effiziente Maßnahmen zur Verringerung von Tierversuchen“, sagt Mike Ruckelshaus. „Dafür müssen die Entwicklung, Validierung und Akzeptanz tierversuchsfreier Verfahren konsequent vorangebracht werden.“

„Konkret fordern wir von der Landesregierung die Einrichtung einer Professur zur Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch sowie ein landesweites Förderprogramm für die Entwicklung von Alternativmethoden“, so Mike Ruckelshaus.

Darüber hinaus sieht der bmt ein nachahmenswertes Beispiel für Hessen in den Koalitionsvereinbarungen der neuen Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, die eine jährliche Reduzierung der Tierversuche um zehn Prozent vorsehen.


22.07.2010

Mischlingshund auf Autobahnparkplatz angebunden – Tierheim Elisabethenhof nimmt erneut ausgesetzten Hund auf

Reichelsheim, 22.07.2010. Auf dem Autobahnparkplatz „Hohe Berg/Auf der Nachtweide“ an der A 45 Hanau-Gießen, zwischen Florstadt und Wölfersheim, wurde am Mittwoch, den 21.07.2010, ein mittelgroßer Mischlingshund ausgesetzt. Der ca. zwei Jahre alte, unkastrierte Schäferhund-Hütehund-Mischling wurde dort mit einem älteren Kettenwürger an einem Seil angebunden. Ein Autofahrer, der den schwarz-braunen Rüden zufällig fand, übergab ihn in die Obhut des Tierheims Elisabethenhof, das dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) angehört.

„Dies ist der zweite ausgesetzte Hund innerhalb eines Zeitraumes von gerade einmal elf Tagen und bereits der dritte in diesem Sommer“, empört sich Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Wir sind immer wieder erschüttert, wie skrupellos, feige und kaltschnäuzig sich einige Zeitgenossen ihrer überdrüssig gewordenen Vierbeiner entledigen und sich so der Verantwortung für ihre Tiere entziehen.“

In den vergangenen Wochen hat die Zahl der ausgesetzten Tiere dramatische Ausmaße angenommen. So wurden neben den schon erwähnten Hunden auch fünf Katzen und sechs Meerschweinchen vor dem Tierheim Elisabethenhof ausgesetzt. Mike Ruckelshaus nimmt diesen erneuten Vorfall zum Anlass eindringlich an diejenigen Tierbesitzer, die ihr Tier nicht mehr halten können oder wollen, zu appellieren, das Tier im nächsten Tierheim abzugeben und keinesfalls sich selbst zu überlassen.

„Gerade bei den derzeit vorherrschenden hochsommerlichen Temperaturen, kann dies das Todesurteil für das Tier bedeuten“, so Mike Ruckelshaus. „Darüber hinaus sollte sich der ehemalige Besitzer des Hundes auch einmal Gedanken darüber machen, was alles hätte passieren können, wenn sich das Tier losgerissen hätte und auf die Autobahn gerannt wäre.“

Der bmt hat Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Daher der Appell der Tierschützer an die Bevölkerung: Wer kann Angaben zu dem Hund oder seinem Besitzer machen? Hinweise werden von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Tierheims Elisabethenhof unter der Rufnummer 06035/5916 entgegengenommen und auf Wunsch vertraulich behandelt.

Für den ausgesetzten Rüden, der inzwischen Nemo getauft wurde, sucht das Tierheim Elisabethenhof nun verantwortungsbewusste Menschen, die ihm für den Rest seines Lebens ein zu Hause schenken. Nemo ist sehr menschenbezogen und hat sich im Tierheim als äußerst freundlich, unkompliziert und verträglich mit anderen Tieren herausgestellt.




12.07.2010

Mischlingshund vor Tierheim Elisabethenhof ausgesetzt – bmt erstattet Anzeige - Wer kennt diesen Hund?

Reichelsheim, 12.07.2010. Am Samstag, den 10.07.2010 wurde gegen 21.00 Uhr, vor dem Tierheim Elisabethenhof, Siedlerstr. 2 in Reichelsheim ein kleiner brauner Mischlingshund ausgesetzt. Bei dem Hund handelt es sich um einen ca. einjährigen kastrierten Rüden. Das Tier trug ein schwarzes Stoffhalsband und war mit einer ca. 1,5 Meter langen schwarzen Stoffleine am Hoftor des Tierheims angebunden.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt), dem das Tierheim Elisabethenhof angehört, hat Anzeige gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Wer Angaben zu dem Hund oder seinem Besitzer machen kann, wird gebeten, sich mit dem Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim in Verbindung zu setzen (Tel. 06035/5916).

„Das Aussetzen von Tieren stellt keineswegs ein Kavaliersdelikt dar, sondern ist eine Ordnungswidrigkeit, die nach dem Tierschutzgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet wird“, erklärte Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Wir hoffen, dass die verantwortliche Person ermittelt wird und eine angemessene Strafe erhält.“

Gleichzeitig würden sich die Tierschützer freuen, wenn der Vierbeiner auf diesem Wege ein neues zu Hause bei verantwortungsbewussten Menschen finden würde. Der kleine Rüde hat sich im Tierheim als äußerst verträglich herausgestellt und hat trotz dieses traumatischen Erlebnisses, seine besondere Freundlichkeit Menschen und anderen Tieren gegenüber bewahrt.



08.07.2010

Landtagsabgeordnete Ursula Hammann zu Besuch im Tierheim Elisabethenhof - Tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen fordert Maßnahmen zur Entlastung hessischer Tierheime

Reichelsheim, 08.07.2010. Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die hessischen Tierheime war eines der drängensten Themen, das die Abgeordnete Ursula Hammann bei ihrem Besuch im Tierheim Elisabethenhof mit bmt-Vertreter Mike Ruckelshaus erörterte. Vor Ort informierte sich die tierschutzpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag über die vielschichtige Arbeit im Tierheim Elisabethenhof, das dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) angehört, und das breit gefächerte tierschutzpolitische Engagement des Vereins.

„Durch die Krise stehen zahlreiche hessische Tierheime inzwischen mit dem Rücken an der Wand“, sagte Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Auch wir haben einen Rückgang der Spenden zu verzeichnen. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Versorgung unserer Tiere, den Betrieb und die Instandhaltung des Tierheims.“

„Die von den Tierheimen erbrachten Dienstleistungen wie die Aufnahme von Fund-, Abgabe- und behördlich sichergestellten Tieren sowie die Beratung bei Tierschutzfragen sind für unsere Gesellschaft von großem Wert und unverzichtbar“, sagte Ursula Hammann. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in unser Grundgesetz ist die Politik mehr denn je in der Pflicht, die Tierheime bei ihren vielseitigen Aufgaben unterstützen.“

Gemeinsam forderten Ursula Hammann und Mike Ruckelshaus von der Landesregierung einen Masterplan, der eine solide finanzielle Hilfe, ordnungspolitische Maßnahmen beinhalten soll und in den auch die Kommunen und Landkreise mit einbezogen werden müssen.

In diesem Zusammenhang wies Ursula Hammann darauf hin, dass ein entsprechender Antrag bereits in den Landtag eingebracht wurde. Die Entscheidung wird voraussichtlich im September dazu ergehen. Ursula Hammann hofft auch auf die Unterstützung der Regierungskoalition von CDU und FDP. „Tierschutz darf kein Lippenbekenntnis sein, sondern muss reale Auswirkungen haben“, so Ursula Hammann.

„Um die Tierheime kurzfristig und spürbar zu entlasten, ist neben der Einrichtung eines Tierschutzfonds für notleidende Tierheime aus Landesmitteln eine kostendeckende Umlagefinanzierung über die Fundtierverträge durch die Kommunen nötig“, erklärten Ursula Hammann und Mike Ruckelshaus. „Darüber hinaus fordern wir die konsequente Bekämpfung des illegalen Welpenhandels, die Abschaffung der Rasseliste aus der Hunde-Verordnung, eine Reduzierung der Steuer für Tierheimhunde und die Einführung kommunaler Katzenkastrations-Verordnungen.“

Beeindruckt von den Leistungen, die das Tierheim täglich für die Tiere erbringt, appellierte Ursula Hammann an die hessischen Bürgerinnen und Bürger, dem Tierschutz durch ehrenamtliche Mitarbeit oder durch Spenden zu helfen und bei der geplanten Anschaffung eines Tieres zuerst im Tierheim vorbeizuschauen.



29.06.2010

Wühltischwelpen? Nein, Danke! Demo gegen den gewerblichen Welpenhandel - Gemeinsame Aktion der Tierschutzvereine TASSO, bmt und ETN

Dorsten, 29.06.2010 – Rund 200 Tierfreunde haben am vergangenen Wochenende in Dorsten unter dem Motto „Wühltischwelpen? Nein, Danke!“ gegen den gewerblichen Welpenhandel demonstriert. Initiiert wurde die Demonstration vom Tierschutzverein TASSO e.V, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) und dem Europäischen Tier- und Naturschutz e.V. (ETN), die gemeinsam das Jahr 2010 zum „Jahr gegen den unseriösen Welpenhandel“ ausgerufen haben. Ziel der Aktion war das „Welpenkaufhaus“ im Dorstener Stadtteil Ulfkotte, dessen Besitzer sich schon seit vielen Jahren im Fokus tierschützerischer und behördlicher Aktivitäten befindet. „Wir wollen mit dieser Demo ein weiteres Zeichen gegen den profitorientierten Handel mit Welpen setzen“, so Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale, gegenüber Medien.

Petra Zipp, stellvertretende Bundesvorsitzende des bmt, verwies auf die zu „Gebärmaschinen“ degradierten Hündinnen, die überwiegend in Osteuropa unter „absolut tierschutzwidrigen Bedingungen kontinuierlich Welpen produzieren müssen“. Schon im Alter von drei bis vier Wochen würden die jungen Hundebabys den Müttern entrissen, oft mit gefälschten Papieren versehen und für weniger als 50 Euro hiesigen Händler übergeben. Nach stundenlangen Transporten, dank offener Grenzen ohne jegliche Kontrollen, landeten die Welpen schließlich bei deutschen Anbietern – die sie für etwa die Hälfte des marktüblichen Preises anbieten.

„Gewinnspannen von bis zu 1000 Prozent sind keine Ausnahme, sondern die Regel“, so Dieter Ernst, Geschäftsführer des ETN. „Dieser Profit lockt natürlich skrupellose Geschäftemacher an, die leider nach wie vor Käufer finden, für die offenbar nur eines gelte: Hauptsache, billig!“

Dass ein großer Teil der Schnäppchen-Welpen schon nach wenigen Wochen schwer erkrankt und viele die Strapazen nicht überleben, sei den Kunden beim Kauf gar nicht bewusst: „Dabei genügt ein Blick auf die Homepage des Welpenhändlers hier in Dorsten“, meint Petra Zipp. „Da steht wörtlich: Frisch eingetroffen! Als ob es sich um Bananen und nicht um lebende Tiere handelt. Und was mit den immer älter werdenden Welpen passiert, die mangels Nachfrage nicht gekauft werden, kann sich wohl jeder ausrechnen …“

Ziel der drei Tierschutzvereine ist einerseits die erhebliche Drosselung der Nachfrage nach „Billigwelpen“ – McCreight: „Das funktioniert nur durch Aufklärung“ –, andererseits ein generelles Verbot des gewerblichen Welpenhandels. Dazu soll im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Wühltischwelpen? Nein, Danke!“ eine Petition „auf höchster Ebene“ eingereicht werden. „Unsere Tierheime sind voll von Hunden“, meinte Dieter Ernst. „Hier findet sich bestimmt ein dankbares und vor allem gesundes Tier Und wer unbedingt einen reinrassigen Welpen haben will, kann sich ja an einen seriösen Züchter wenden. Unterm Strich kommt das immer noch preiswerter.“


08.06.2010

Unsere treuen Freunde

Verband für das Deutsche Hundewesen richtet auch in unserer Region Tag des Hundes aus
Hunde haben in unserer Gesellschaft eine wichtige soziale Bedeutung. Nun widmet ihnen am kommenden Sonntag der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) erstmals einen ganzen Tag – den «Tag des Hundes».
Bad Vilbel. Mütter haben einen besonderen Tag, auch Briefmarkenfreunde, Nichtraucher, Verliebte und Linkshänder haben einen. Sogar der Tag des Kusses oder der Zahngesundheit und der Welt-Wettertag haben einen Stellenwert im Jahresablauf. Nun also auch der Hund. Zehn Millionen Deutsche leben mit einem Hund im Haushalt.

Teil der Familie
Als Teil der Familie bereichern die Vierbeiner den Alltag und sorgen für eine aktive Freizeitgestaltung. Sie sind treue Begleiter, Blindenführer, Fährtensucher, Sportsfreunde und Seelentröster. «Ein Hund verbessert die Lebensqualität des Menschen erheblich», sagt Udo Kopernik vom VDH. Zu recht hält auch der Hundetrainer und Leiter der Hundeschule Ostheim, Bijan Elmi, den Hund zu den beliebtesten Haustieren. «Ich sehe den Hund als Sozialpartner und so gesehen als ein Kulturgut der Menschheit», sagt er.

Auch für Mike Ruckelshaus vom Bund gegen Missbrauch der Tiere ist dieser besondere Tag wichtig um für das Verständnis und Miteinander von Mensch und Hund hinzuweisen. Der Geschäftsführer des Tierheims «Elisabethenhof» in Reichelsheim appelliert an die Tierfreunde: «Lassen Sie sich im Tierheim bei der Anschaffung eines Hundes beraten, oder übernehmen Sie Patenschaften».

Botschafter des Hundes
Schon gibt es auch die erste «Botschafterin des Hundes». Die Fernsehmoderatorin Nina Ruge wurde beim Startschuss des Hundetages offiziell vom VDH vorgestellt. Für sie sei das ein Ansporn, so viel wie möglich für Hunde in Deutschland zu tun, sagte die engagierte Hundebesitzerin. Mit diesem Titel werden künftig Personen aus dem öffentlichen Leben geehrt, die sich laut VDH «durch eine positive Einstellung zum Hund und dem Leben mit Hunden auszeichnen». Der VDH und seine Mitgliedsvereine feiern den 6. Juni mit vielfältigen Aktivitäten. 600 Vereine nehmen mit Aktionen am Tag des Hundes teil. Hundesport und Hundeerziehung oder Informationen zur Vereinsarbeit sollen neue Mitglieder werden. Schwerpunkt sei, Begeisterung für Hunde zu wecken, Vorurteile abzubauen und Kontakte zum Aufbau regionaler Netzwerke zu nutzen.
Als Interessenvertretung aller deutschen Hundehalter ist der Verband seit 100 Jahren aktiv. Er ist Dachorganisation von bundesweit 176 Mitgliedsvereinen und repräsentiert mehr als 650 000 Mitglieder.

Vier weitere Hundeliebhaber
Jennifer Crass von der Kreta-Tierhilfe und der kleine Pino wünschen sich, dass das Tierelend ein Ende hat. «In Griechenland haben Hunde keinen Stellenwert, werden gefangen und getötet.» Crass vermittelt Hunde, mit Erbstadts Hundesportverein.

Phoenix aus dem Tierheim Elisabethenhof in Reichelsheim, ein Jahr alter American Stafford Terrier. Der ruhige und ausgeglichene Hund sucht ein ruhiges Zuhause, vielleicht mit einer anderen Hündin seiner Rasse. Er hat schon etwas Gehorsam.

Kristina Hoffmann aus Niddatal mit ihrem Tibet-Terrier Nemo. Er möchte «Millionen von Kuscheleinheiten» und möchte immer im Mittelpunkt stehen. «Ich wünsche allen Hunden schmusende Frauchen und Herrchen in einem guten Zuhause.»
Margit Rogalla aus Nidderau-Windecken und ihr Bobtail-Mix Bobby (13): «Ich wünsche mir für alle Hunde, dass sie regelmäßig untersucht werden, damit sie ein langes Leben haben.» Bobby ist fit, mag gerne Spaziergänge im Grünen ohne Hitze. rec

Info: Beratungen und Vorführungen
Der Hundesportverein Schöneck wird an diesem Sonntag, 6. Juni, ab 11 Uhr seine Tore öffnen auf dem Gelände Am Kühwald in Kilianstädten, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Hundes zu demonstrieren. Nach dem Motto «Fit und gesund – durch Sport mit dem Hund» werden unter anderem Begleithundeprüfung, Zielobjektsuche, Vielseitigkeitssport, Dog-Dancing, Agility und Gehorsam für den täglichen Umgang vorgestellt. Gäste sind die Hundesportvereine Ockstadt, Nidderau-Erbstadt und Bergen-Enkheim. Das Tierheim Wetterau in Bad Nauheim-Rödgen im verlängerten Brunnenweg bietet am Samstag, 5. Juni, längere Öffnungszeiten. Das Tierheim-Team steht von 12 bis 16 Uhr mit Rat und Tat zur Seite.
In Bad Vilbel steht Gundula Ort zu allen Fragen rund um das Tier an jeden zweiten Sonntag im Monat zur Verfügung. Nächster Termin ist am Sonntag, 13. Juni, 15 bis 17 Uhr im Haus der Begegnung. rec
von Renate Casey
Frankfurter Neue Presse  


23.04.2010

Internationaler Tag des Versuchstiers: bmt kritisiert Entwurf der EU-Tierversuchsrichtlinie

Reichelsheim, 23.04.2010. Nach der aktuellen Tierversuchsstatistik der Bundesregierung wurden im Jahr 2008 fast 2,7 Millionen Wirbeltiere in Tierversuchen verwendet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg von über 83.000 Tieren. Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April fordert der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) die Bundesregierung auf, sich endlich nachhaltig für den Schutz der Versuchstiere einzusetzen und ihre einseitige Politik zugunsten der Tierversuchslobby aufzugeben.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die Neufassung der EU-Richtlinie 86/609/EWG zum Schutz der für Versuche und andere wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere verabschiedet. Die Richtlinie regelt europaweit die Mindestanforderungen an die Durchführung von Tierversuchen. Anschließend müssen die neuen Vorschriften in deutsches Recht umgesetzt werden.

Während der politischen Beratungen wurden die im ursprünglichen Entwurf der Richtlinie vorgesehenen Verbesserungen zum Schutz der Versuchstiere immer weiter aufgeweicht. „Ein besserer Schutz der Versuchstiere und eine verstärkte Förderung alternativer Methoden ist mit dem jetzt vorliegenden Richtlinien-Entwurf kaum noch zu erreichen“, erklärt Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. „Eine tierversuchsfreie und ethisch verantwortbare Forschung ist somit in weite Ferne gerückt. Die Verantwortung dafür trägt auch die von CDU/CSU und FDP geführte Bundesregierung, die diese Verschlechterungen in Brüssel mitträgt.“

„So dürfen nach dem aktuellen Entwurf weiterhin nahezu uneingeschränkt Affen in Versuchen verwendet werden, der Einsatz tierversuchsfreier Methoden wird nicht verbindlich vorgeschrieben und eine Obergrenze für Leiden und Schmerzen im Tierversuch ist nicht mehr vorgesehen“, kritisiert Mike Ruckelshaus. „Besonders fatal ist jedoch, dass die Mitgliedstaaten nach Inkrafttreten der Richtlinie sogar daran gehindert werden sollen, zumindest auf nationaler Ebene strengere Regelungen zu treffen. Damit würde einer der wichtigsten Fortschrittsmotoren für den Tierschutz in der EU kurzerhand abgewürgt.“

„Diese eklatanten Rückschritte beim Schutz der Versuchstiere wird der bmt nicht hinnehmen“, sagt Mike Ruckelshaus. „ Wir prüfen im Moment alle rechtlichen Möglichkeiten, insbesondere auf EU-Ebene, um den aktuellen Entwurfstext der Richtlinie zu verhindern.“

Der bmt fordert, dass die neue Tierversuchs-Richtlinie den Mitgliedsstaaten weiterhin die Möglichkeit einräumt, tierfreundlichere nationale Vorschriften zu erlassen. Alternativmethoden sollte europaweit ab dem Zeitpunkt ihrer Validierung Vorrang eingeräumt und für vorgeschriebene Tierversuche ein beschleunigtes Anerkennungsverfahren für diese Methoden eingeführt werden. Darüber hinaus fordern die Tierschützer eine europaweite Prüfung der ethischen Vertretbarkeit aller Tierversuchs-Projekte unter Einbeziehung einer unabhängigen Kommission.



30.03.2010

bmt appelliert an Verbraucher: Bitte kaufen Sie keine Eier aus der Kleingruppenhaltung und kein Fleisch gequälter Mastkaninchen

Reichelsheim, 30.03.2010. Seit Jahresbeginn ist die Haltung von Legehennen in den herkömmlichen Käfigen in Deutschland gesetzlich verboten. Seit dem dürfen Legehennen nur noch in Bio-, Freiland- und Bodenhaltung sowie in Kleingruppenkäfigen gehalten werden. Für die Hennen sind die neuen Kleingruppenkäfige jedoch keine wirkliche Verbesserung. Darauf weist der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. (bmt) anlässlich des bevorstehenden Osterfestes hin.

„Kleingruppenhaltung ist tierquälerische Käfighaltung“, sagt Mike Ruckelshaus, Leiter der bmt-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Gegenüber den herkömmlichen Käfigen bietet der Kleingruppenkäfig den Hennen gerade einmal die Fläche eines Bierdeckels mehr Platz. Das Ausleben arteigener Verhaltensweisen wie Scharren oder Picken und die geschützte Eiablage sind in diesem tierschutzwidrigen Haltungssystem nicht möglich.“

Daher appelliert der bmt an die Verbraucher, auf den Kauf von Eiern aus der „Kleingruppe“, die mit der Ziffer „3“ gekennzeichnet sind, zu verzichten. Gleiches gilt für im Ausland produzierte Käfig-Eier, die noch immer nach Deutschland importiert werden dürfen. Darüber hinaus raten die Tierschützer vom Kauf gekochter und vorgefärbter Eier ab, da diese nicht der europaweit geltenden Kennzeichnungspflicht unterliegen und es sich hier fast immer um Käfig-Eier handelt.

Angesichts der aktuellen Berichterstattung in den Medien über die gravierenden Missstände bei der Käfighaltung von Kaninchen fordert der Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V. die Bundesregierung mit Nachdruck auf, endlich gesetzlich verbindliche Vorschriften für die Zucht und die Haltung von Mastkaninchen zu erlassen.

„Bereits im März 2009 hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, Vorgaben für eine tierschutzgerechtere Haltung von Mastkaninchen zu erarbeiten“, erläutert Mike Ruckelshaus. „Da das für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium bislang noch immer keinen Verordnungsentwurf für eine artgerechte Haltung von Kaninchen vorgelegt hat, bitten wir die Verbraucher, auf das Fleisch dieser gequälten Tiere als Osterbraten zu verzichten und Kaninchenfleisch an der Ladentheke generell zu boykottieren.“